...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

August 2026

Digitaler Krieg gegen Wasserwerke

Laut FBI wurden in den USA gezielt Steuerungsanlagen von Wasserwerken angegriffen. In mindestens sieben Bundesstaaten brachten die Angreifer dabei die Anlagen unter ihre Kontrolle und sperrten die eigentlichen Betrei­ber aus den eigenen Systemen aus. Anschließend ve­rursachten sie Druckabfälle in den öffentlichen Wasser­netzen. Dadurch kann potenziell ungeklärtes Grundwas­ser in die Rohrnetze gelangen. In der Regel wird in solchen Fällen die Bevölkerung aufgefordert, Lei­tungs­wasser nur noch eingeschränkt zu verwenden. In einigen Fällen ist es gelungen, die Steuerung auf manuell umzuschalten und so Schaden von den Bürgern abzuwenden.
Hinter den Angriffen wird der Iran vermutet. Die USA hatten dem Iran in der Vergangenheit wiederholt mit Bombenschlägen gegen Entsal­zungs­anlagen gedroht.

Verbot sozialer Medien kaum machbar

Nachdem Australien sozialen Medien ein Mindestalter auferlegt hat, wächst auch in Europa das Bedürfnis nach einer entsprechenden Regelung. Vorreiter dabei sind Österreich und Frankreich. Insbesondere für Präsident Macron scheint es sich dabei um eine Herzensangele­genheit zu handeln. So verkündete er, nachdem das Paralament für ein Mindestalter von 15 Jahren gestimmt hatte, stolz, dass er jetzt sein Versprechen eingelöst habe und schädliche Auswirkungen wie die Verbreitung von Essstörungen nun ein Ende hätten.
Die Crux an der Sache ist aber, dass die Franzosen nicht im Alleingang Durchsetzungsmaßnahmen einfüh­ren dürfen, weil das gegen den europäischen Digital Services Act verstoßen würde, an den sich auch Frankreich halten muss. Somit liegt es also bei den Betreibern, für entsprechende Kontrollen und Zugangs­beschränkungen zu sorgen. In der Praxis dürften die Konten einiger Influencer geschlossen werden. Bei der Nutzerbasis dürfte aber kaum jemand davon abgehalten werden, die jeweilige App zu installieren und zu nutzen.

Neues von den Domains

.gf/.gp/.mq
Die französische Registry Afnic übernimmt künftig auch die Verwaltung der länderspezifischen Domainendungen .gf (Französisch-Guayana), .gp (Guadeloupe) und .mq (Martinique). Damit betreut Afnic nun alle acht ccTLDs der französischen Überseegebiete. Nach Abschluss der technischen Umstellung, die noch im Laufe dieses Jahres erfolgen soll, gelten für die drei Domain­endungen die einheitlichen Afnic-Richtlinien. Neu ist unter anderem, dass keine neuen Registrierungen unter Third Level Domains wie .com.gp, .net.gp oder .org.gp mehr angenommen werden. Bereits bestehende Domains bleiben jedoch erhalten.

.ru
Ab dem 01.09. gelten für .ru-Domains deutlich strengere Registrierungsregeln. Sowohl neue als auch bestehende Domaininhaber müssen ihre Identität über das staatliche russische System Gosuslugi (ESIA) verifizieren. Erfolgt dies nicht, droht die Sperrung oder der Verlust der Domain. Bereits seit März dürfen zudem nur noch in Russland registrierte Unternehmen als Registrare für .ru-Domains tätig sein. Nach Angaben der zustän­digen Registry sollen die neuen Vorgaben Betrug und Missbrauch eindämmen. Die Änderungen könnten insbesondere internationale Domaininhaber vor Heraus­forderungen stellen, da die Registrierung im Verifizie­rungssystem für Personen außerhalb Russlands deut­lich aufwendiger ist.

.dot
Die in den USA ansässige Dish DBS Corporation begann am 21.07.26 mit der Sunrise-Phase für die neue Top Level Domain .dot. Ab dem 20.10.26 folgt eine zwölf Tage dauernde Early-Access-Phase, in der .dot-Domains gegen Premiumgebühren erhältlich sind. Der allgemeine Registrierungsstart ist derzeit für den 02.11.26 geplant.
Nach aktuellem Stand soll .dot ohne besondere Vergabebeschränkungen verfügbar sein und richtet sich an alle, die Produkte, Marken, Commu­nities oder Ideen mit einer eigenen Domain präsentieren möchten.

.fly, .here und .eat
Google bringt in der zweiten Jahrehälfte 2026 gleich drei neue Top-Level-Domains an den Start: .fly, .here und .eat. Die Sunrise-Phase für Markeninhaber läuft vom 01.09. bis 09.11.26, die allgemeine Registrierung beginnt am 10.11.26. Ursprünglich war der Start von .fly erst für Anfang 2027 vorgesehen.
Während .fly vor allem die Reise- und Luftfahrtbranche ansprechen soll, richtet sich .here an standortbezogene Angebote. Mit .eat, die die Gastronomie- und Food-Branche ansprechen soll, tritt Google in Konkurrenz zu Endungen wie .cafe, .rest und .food, die bereits zehntausende registrierte Domains verzeichnen. Google hält die Rechte an diesen Endungen bereits seit mehr als zehn Jahren.

.name
Die geplante Abschaffung von Third Level Domains unter .name durch VeriSign stößt auf Kritik. Betroffen sind rund zehntausende Domains im Format vorname.nachname.name sowie die dazugehörigen E-Mail-Dienste. ICANN wurde zur Überprüfung des Vorgangs aufgefordert. Wann ICANN über den Fall entscheidet, ist derzeit noch offen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Global Village Team

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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