Februar 2026
Iran blockiert Starlink
Es ist ein mittlerweile bekanntes Muster. Um die Deutungshoheit zu behalten, sperren totalitäre Regime gerne den Zugang zum Internet für Normalbürger. Die unzähligen Verbreitungsmöglichkeiten für ungenehme Bilder sind in Krisensituationen Gift für die Machthaber.
So ist es nicht verwunderlich, dass während der erneuten und mutmaßlich massiven Unterdrückung der iranischen Bevölkerung die internationalen Leitungen am 08.01. gekappt wurden. Mit großer Wirkung: Der Datentransfer von und zum Iran fiel auf 1% ab.
Aber es gibt ja mittlerweile Internet aus dem All, und da kann ein Regime nicht einfach die nationalen Telekom-Anbieter anweisen, den Stecker zu ziehen. Zumal Starlink auf Bitten der amerikanischen Regierung den Dienst für den Iran kostenlos anbietet und damit ‚nur‘ noch die Zugangshardware für eine Verbindung notwendig ist, wobei der Besitz von Starlink-Hardware im Iran seit Mitte 2025 gesetzeswidrig ist.
Aber auch gegen die illegalen Internetnutzer geht die Regierung vor. Mit Militärtechnologie wird der Empfang der Daten aus dem All so empfindlich gestört, dass die Zahl der Paketverluste bei 80% liegt. Das heißt nun leider nicht, dass eine Kommunikation mit 20% der üblichen Geschwindigkeit möglich ist – das wären immerhin noch etwa 20 MBit/s, was sogar für Videostreaming ausreicht. Die kritische Schwelle für Paketverluste liegt bei etwa 25%, darüber hinaus versagen die Selbstheilungskräfte des IP-Protokolls und es geht faktisch nichts mehr.
Der Iran selbst verfügt über keine entsprechende Technik, aber die iranischen Partner Russland und China sind beide auf diesem Gebiet erfahren. Eine praktische Umsetzung in dieser Größenordnung gab es aber noch nie.
Journalisten werden auf Signal attackiert
Ein bisher nicht identifizierter Angreifer macht auf Signal gezielt Jagd auf Journalisten. Mit Phishing-Nachrichten wird versucht, den Nutzern Bestätigungscodes zu entlocken, angeblich weil die Identität überprüft werden müsse. Wer darauf hereinfällt, gibt die Kontrolle über seine App an den Angreifer ab, ohne dass das den Gesprächspartnern auffällt.
Das eröffnet dem Übernehmenden eine Reihe von Möglichkeiten, da die Kontakte natürlich nicht ahnen, dass sie plötzlich mit einem Dritten kommunizieren. Auf diese Weise soll es schon zu Informationsabflüssen gekommen sein.
Generell ist bei panikmachenden Nachrichten, bei denen mit Kontosperrungen gedroht wird, Ruhe geboten. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um Fälschungen.
Neues von den Domains
.bd
Bis dato konnten .bd nur auf der dritten Ebene (z.B. .com.bd, .org.bd, .net.bd, .edu.bd, .gov.bd, .mil.bd, .ac.bd, .info.bd usw.) registriert werden. Dies hat sich Anfang 2026 geändert, so dass auch Domains auf der zweiten Ebene (z.B. abc.bd) registriert werden können. Seit dem 19.01.26 läuft die Allgemeine Verfügbarkeit und jeder kann auf Basis „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ eine .bd-Domain erwerben.
.be
Die .be-Verwalterin DNS Belgium plant, ihre Infrastruktur schrittweise von AWS zu einem europäischen Cloud-Anbieter zu verlagern. Seit 2017 laufen die .be-Domains in den europäischen Rechenzentren von AWS. Geopolitische Entwicklungen haben das Unternehmen veranlasst, die eigene Infrastruktur neu zu prüfen. Geschäftsführer Philip Du Bois sagte: „Vor zehn Jahren haben wir uns für AWS entschieden, doch die Welt hat sich geändert; die Vorteile überwiegen nicht mehr die Risiken, falls die USA Beschränkungen oder Zölle für Cloud-Nutzung verhängen.“ Ziel ist, durch den AWS-Ausstieg andere Organisationen in Belgien und Europa zu inspirieren. Die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern und deren potenzieller Einfluss bereitet belgischen Unternehmen Sorgen. Die Migration steht noch am Anfang und der Markt wird zurzeit noch analysiert. Der Übergang beginnt 2027 und soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen sein. Die Nameserver-Infrastruktur bleibt durchgehend erreichbar; Domains mit den Endungen .be, .brussels und .vlaanderen bleiben während des gesamten Prozesses erreichbar.
.eu
Das WIPO Arbitration and Mediation Center (UN-Schiedsgericht für Domain-Namens-Streitigkeiten) teilte mit, dass ab dem 01.01.26 die Gebühren für Streitigkeiten um .eu-Domains angepasst werden. Die Filing-Fee-Gebühren (die vom Beschwerdeführer zu zahlen sind) steigen für 1 bis 5 Domains von 100 EUR auf 700 EUR, für 6 bis 10 Domains von 400 EUR auf 1.000 EUR, darüber hinaus werden die Gebühren individuell festgelegt.
Die gute Nachricht ist, dass EURid weiterhin einen Teil der Kosten subventioniert. EURid übernimmt 600 EUR der insgesamt festgesetzten Gebühr von 1.300 EUR für Fälle rund um 1 bis 5 Domains. Die Gebühren für 6 bis 10 Domains sowie für dreiköpfige Schiedsgerichte erhöhen sich entsprechend.
.goo
Die in Tokio ansässige NTT Resonant Inc. kündigt das Registry Agreement (RA) für die Domain-Endung .goo. Die Kündigung erfolgte mit Schreiben vom 29. September 2025 durch NTT Docomo Inc., nach eigenen Angaben das größte Telekommunikationsunternehmen der Welt, und basiert auf Section 4.4 (b) des RA (ordentliche Kündigung mit 180 Tagen Frist). Gründe wurden nicht veröffentlicht. Die Domain-Endung .goo wurde am 03.03.15 delegiert; aktuell sind nur noch zwei Domains registriert. Es bleibt offen, ob zuvor Verhandlungen geführt wurden, die Endung an Google zu übertragen. 2013 hatte NTT eine „legal rights objection“ gegen Google erhoben, woraufhin Google seine Bewerbung um .goo zurückziehen musste. Vorläufig will ICANN die Endung nicht neu vergeben.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Global Village Team



