...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

September 2026

Facebook täuscht Brasilianer

Derzeit ist Wahlkampf in Brasilien, einem der größten Länder der Erde mit über 200 Millionen Einwohnern. Wie überall auf der Welt spielen soziale Medien eine wichtige Rolle im Wahlkampf und diese werden von Lobbyisten eifrig genutzt.
Facebook ist dabei offenbar nicht besonders gut darin, seine Nutzer vor Falschinformationen zu schützen. Um das zu untersuchen, hat Amnesty International verschie­denste Desinformationskampagnen erstellt, um Face­book auf den Zahn zu fühlen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der irreführenden Kampagnen wurde akzep­tiert. Selbst die Aussage, dass das Militär die Macht übernimmt, sollte die Wahlbeteiligung zu niedrig sein, hielt Facebook nicht von einer Freigabe der Anzeige ab. Dabei verstößt dies sogar gegen die Konzernrichtlinien, laut deren keine Anzeigen zulässig sind, die das Funktionieren politischer Prozesse beeinträchtigen. Ebenfalls besorgniserregend ist, dass alle Anzeigen von Großbritannien aus eingereicht wurden. Nicht einmal das hatte zu einer Verwunderung geführt.
Facebook selbst wehrt sich gegen eine staatliche Regu­lierung seiner Anzeigen und verweist lieber auf seine eigenen Prüfprozesse, die das Unternehmen für ausreichend hält.

Nvidia kauft Hugging Face

Die Plattform Hugging Face ist der bekannteste
Austauschpunkt für mehr oder weniger freie KI-Modelle, die sich herunterladen und lokal nutzen lassen, ohne von einem Rechenzentrum eines der großen Anbieter abhängig zu sein. Bisher vertrat man dort die Ansicht, dass es keinen einzelnen Akteur geben solle, der das Schicksal der Plattform maßgeblich bestimmt. Nun wurde bekannt, dass Nvidia mithilfe von 13 Milliarden Dollar das Unternehmen zu einem Umdenken bewegen konnte. Kritiker befürchten bereits erhebliche Einschrän­kungen für die freie KI.
Der Kaufpreis entspricht etwa dem 80-fachen des aktuellen Hugging Face Umsatzes.

Neues von den Domains

.cz
Für .cz-Domains gelten im Rahmen der NIS2-Umsetzung voraussichtlich ab dem 4. Quartal 2026 neue Anforderungen an die hinterlegten Kontaktdaten. Künftig muss für jede .cz-Domain neben Vor- und Nachname sowie E-Mail-Adresse, eine gültige und er­reichbare Telefonnummer angegeben sein.
Die Registry wird die Daten ab dem 4. Quartal über­prüfen. Sollte eine Telefonnummer fehlen oder ungültig sein, wird der Domaininhaber direkt per E-Mail zur Verifizierung kontaktiert. Für die Verifizierung stehen anschließend 15 Tage zur Verfügung. Wird sie nicht rechtzeitig abgeschlossen, kann die Domain vorübergehend nicht mehr aufgelöst werden. Erfolgt auch innerhalb von 45 Tagen keine Verifizierung, kann die Domain gelöscht werden.

.me
Montenegro plant, die Verwaltung seiner natio­nalen .me-Domain künftig stärker in staatliche Hand zu geben. Die Regierung hat dazu erste Schritte zur Gründung eines staatseigenen Unternehmens einge­leitet, das langfristig für die Verwaltung der .me-Domain verantwortlich sein soll.
Aktuell wird .me von doMEn, einem Joint Venture unter maßgeblicher Beteiligung von GoDaddy und Identity Digital, verwaltet. Die Domain ist mit mehr als einer Million Registrierungen sehr erfolgreich und insbesondere aufgrund ihrer internationalen Nutzbarkeit beliebt. Mit der geplanten Neuorganisation möchte Montenegro seine digitale Souveränität stärken, mehr Kontrolle über die strategisch wichtige Domain gewinnen und einen größeren Teil der daraus entstehenden Einnahmen im Land halten. Nach den bisherigen Plänen soll doMEn während einer Übergangsphase weiterhin eingebunden bleiben.

.pl
Die polnische Domain-Registry NASK hat über neue Anforderungen für .pl-Domains informiert, die aufgrund der Änderung des polnischen Gesetzes über das nationale Cybersicherheitssystem eingeführt werden. Die neuen Regelungen treten am 03.04.27 in Kraft. Künftig gelten für .pl-Domains insbesondere folgende Anforderungen: Die Daten des Domaininhabers müssen verpflichtend überprüft werden und es muss eine Telefonnummer als Kontaktmöglichkeit hinterlegt sein. Sofern kein Schutz durch die DSGVO besteht, werden die Kontaktdaten im Whois-/RDAP-Verzeichnis veröf­fentlicht.
NASK hat die betroffenen Domaininhaber bereits direkt über die Änderungen informiert.

.web
Nach mehr als 25 Jahren voller Diskussionen und Auseinandersetzungen ist die .web-Domain nun offiziell in die Root Zone aufgenommen worden. Damit steht einer Markteinführung durch Verisign voraussichtlich noch in diesem Jahr nichts mehr im Wege. Verisign hatte sich die Rechte an .web bereits 2016 im Rahmen einer ICANN-Auktion für 135 Millionen US-Dollar gesichert. Die anschließenden Auseinandersetzungen mit dem unterlegenen Bewerber Altanovo Domains scheinen inzwischen beigelegt zu sein.
Zum Start ist zunächst eine Sunrise-Phase für Markeninhaber geplant. Danach sollen bestehen­de .com-Domaininhaber bevorzugt die Möglichkeit er­halten, ihre passende .web-Domain zu registrieren, bevor die Domain für alle Interessierten geöffnet wird. Verisign hat bei .web deutlich mehr Spielraum bei Preisen als bei .com. Neben regulären Preisen sind auch Premium-Domains vorgesehen.
Verisign scheint .web nicht länger nur als strategische Absicherung zu betrachten, sondern möchte die Domain aktiv aufbauen und vermarkten. Der geplante Start dürfte daher sowohl für Domaininhaber als auch für Markeninhaber besonders interessant werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Global Village Team

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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