...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

September 2017

Klarnamenpflicht in China

Internetnutzern in China wird es bald nicht mehr möglich sein, anonyme Kommentare auf Webseiten zu veröffent­lichen. Die Regierung fordert von den Webseitenbe­treibern, die Identität der Nutzer festzustellen und zu veröffentlichen, damit 'Gerüchte, schmutzige Sprache und illegale Informationen' bekämpft werden können. Außerdem sollen die Betreiber eine Bewertung der Kom­mentare vornehmen und bei 'negativen Aktivitäten' die jeweiligen Konten sperren.
Naturgemäß wird es kleineren Betreibern schwer fallen die Anforderungen technisch umzusetzen. Weiterhin dürfte diese Verschärfung dazu führen, dass viele Bürger sich online zurücknehmen. Insgesamt wird die Zahl der Kommentare wohl zurückgehen.
Andererseits könnte sich aus der Verpflichtung auch ein weiterer Schub für die in China weit verbreitete Gesichts­erkennung ergeben. Ursprünglich war sie behördlicher­seits als Option vorgesehen, die gleichberechtigt neben anderen zur Wahl stehen sollte. Mittlerweile wird sie aber bei einer Reihe von Interaktionen mit dem Staat voraus­gesetzt.
Auch in freieren Ländern dürfte manch einer bei anony­mer Hassrede ebenfalls den Wunsch nach so einer Klar­namenpflicht verspürt haben. Bei einem Land, in dem Redefreiheit aber bereits stark eingeschränkt ist, lassen solche Pläne aufhorchen und Schlimmeres befürchten. Trotz der Bedeutung für die Wirtschaft ist das Internet immer noch der Stachel unter dem Fuß totalitärer Machthaber.

Mit DNSSEC gegen Internetzensur

Kalifornische Forscher der Universität Berkeley haben im Projekt Iris untersucht, inwieweit einzelne Länder in den Internetverkehr eingreifen. Dabei ging es ihnen um die Basis der Internetkommunikation DNS, das Namen wie www.global-village.ruhr in IP-Adressen übersetzt. Ziel war es herauszufinden, inwieweit die IP-Adressen unver­fälscht beim Benutzer ankommen.
Das Ergebnis: Auf Platz eins der Falschübersetzungen liegt der Iran, wo etwa sechs Prozent aller Anfragen nicht die Originalantwort erhalten. Auf den nächsten beiden Plätzen folgen China mit fünf Prozent und Indonesien mit drei Prozent. Platz vier überrascht: Griechenland ist mit immerhin noch 0,4 Prozent unter den ersten fünf.
DNS-Verfälschungen können mehrere Ziele haben. Im Fall der Zensur können Aufrufe unerwünschter Websei­ten ins Nichts umgeleitet werden. Allerdings ist es auch möglich, die übertragenen Inhalte in beiden Richtungen zu überwachen und teilweise auch zu manipulieren.
Eine wirkungsvolle Gegenmaßnahme ist DNSSEC, das durch krytographische Signaturen sicherstellt, dass die Antwort von einem Originalserver stammt und nicht manipuliert wurde. Während in den Niederlanden, Schweden oder der tschechischen Republik DNSSEC selbstverständlich ist, ist Deutschland bei der Nutzung leider noch Entwicklungsland.
Wenn Sie möchten, dass Ihre Besucher Ihre Webseiten ungestört erreichen, sollten Sie DNSSEC als Basisschutz einsetzen. Die Nutzung ist besonders einfach, wenn Sie den Global Village Nameservice verwenden. Hier genügt eine simple Aktivierung bei den Domaineigenschaften.

Neues von den Domains


.nl
Die niederländische Registry SIDN passt sich inter­nationalen Gepflogenheiten an und veröffentlicht im Whois ab sofort ebenfalls einen 'Abuse'-Kontakt. Dieser dient wie bei anderen Registries als Anlaufstelle für Inter­netkriminalität aller Art. Dadurch möchte SIDN Online­vergehen besser bekämpfbar machen.
Domainbesitzer brauchen nicht tätig zu werden; die Änderung wurde mit den Registraren umgesetzt.

.sb
Die Registry der Salomon-Inseln kehrt die bisher sehr restriktiven Registrierungsrichtlinien um und erlaubt ab sofort Anträge für sämtliche Namen unter .sb, .com.sb und .org.sb. Die Erfordernis einer Präsenz vor Ort entfällt. Allerdings werden alle Registrierungswünsche händisch geprüft, und die Registry behält sich vor, einzelne Namen auf Gutdünken abzulehnen.

.sc
Die im Alphabet auf .sb folgende Länderendung .sc gehört ebenfalls einer Inselgruppe. Die Registry der Seychellen erlaubt mit Erscheinen dieses Newsletters die Registrierung von ein- und zweibuchstabigen Domains, wobei diese für einen individuellen Premiumpreis erhältlich sind. Die jeweiligen Konditionen können Sie auf unserer Domainregistrierungs-Webseite https://domreg.global-village.de abfragen.

Mit freundlichem Gruß,
Ihr Global Village Team

 

 

 



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