...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

November 2019

Firefox schlägt zurück

Der aktuelle Firefox 70 blockiert nicht nur Tracker, die Webseitenbesucher bei ihrer Reise durch das Internet verfolgen wollen, sondern erstellt jetzt auch Statistiken, wer sich so alles für die Person vor dem Bildschirm interessiert. Dazu genügt ein Klick auf das neue Schild-Symbol in der Adressleiste.
Firefox ist der letzte freie Browser mit nennenswerter Verbreitung und stellt immer mehr den Schutz der Privatsphäre als Alleinstellungsmerkmal in den Mittel­punkt.

Dazu gehört auch der neue ‚DNS over HTTPS‘ (DoH) Dienst. Bisher werden DNS-Abfragen, die Namen wie www.meinefirma.info in IP-Adressen übersetzen, unverschlüsselt durch das Internet geschickt. So lassen sich unter Umständen auch Nutzer verfolgen, die nur verschlüsselte Webseiten besuchen, da zumindest die besuchte Adresse mitgelesen werden kann. Mit DoH ist das nicht mehr möglich.

Das Problem dabei: Sämtliche Anfragen werden vom neuen Firefox-Partner CloudFlare beantwortet. Cloud­flare ist U.S.-Anbieter und unterliegt damit auch der amerikanischen Regulierung. Zwar hat Cloudflare zugesichert, die Anfragen nicht auszuwerten, aber dieses Versprechen darf man angesichts der Überwachungspraktiken in den Staaten skeptisch betrachten. Wir empfehlen zum jetzigen Zeitpunkt DoH nicht zu nutzen.

Kammergericht Berlin lahmgelegt

Trojaner machen auch vor der Gerichtbarkeit nicht halt. Das Kammergericht Berlin ist nach einem Befall mit dem derzeit gefährlichsten Trojaner Emotet stark eingeschränkt. Ausgelöst wurde die IT-Katastrophe wie so oft durch einen Emailanhang. Nach dem unbedachten Klick eines Mitarbeiters verbreitete sich die Schadsoftware schnell im internen Netz.
Das Gericht hat daraufhin zunächst die Internet­verbindung gekappt und zwei Tage später auch die Verbindung zum Landesnetz unterbrochen. Dieser Schritt hat die Arbeitsabläufe besonders stark getroffen. Derzeit arbeitet man mit 30 Notfallrechnern.

Glück im Unglück: Alle internen Dokumente sind nach wie vor im Lesezugriff verfügbar, es gingen also keine Daten verloren und wurden vermutlich auch nicht von Unbefugten kopiert.

Inwieweit das Gericht seinen rechtlichen Verpflichtungen bezüglich der Onlinekommunikation nachkommen will, ist derzeit völlig unklar.

Neues von den Domains

Afnic Registry Lock

Afnic, unter anderem zuständig für .fr, verbessert sein Registry Lock-Angebot. Registry Lock ist ein von immer mehr Registries angebotener Dienst für betriebskritische Domains, die nach Aktivierung des Locks nicht mehr verändert werden dürfen, außer der Domainbesitzer autorisiert die Änderung mittels eines besonders sicheren Verfahrens.
Afnic erleichtert ab sofort die Verwaltung der zu Veränderungen berechtigten Personen und erlaubt außerdem das Freischalten aller Domains eines Kontaktes in einem Arbeitsschritt. Interne Untersu­chungen bei Afnic haben ergeben, dass dies den besten Mittelweg zwischen Sicherheit und Komfort darstellt.

.new

Google öffnet seine bisher nur für eigene Dienste genutzte TLD für alle. Voraussetzung für Interessenten ist, dass eine meindienst.new Domain es einfacher macht, den entsprechenden Dienst zu nutzen. Einer der ersten Kunden ist Spotify, die unter playlist.new einen direkten Zugang zur Erstellung von – Überraschung – Musik-Playlisten ermöglichen.

.nz

Neuseeland betreibt seine TLD .nz bisher in Eigenregie, möchte aber in Zukunft die Technik auslagern. Derzeit läuft eine Ausschreibung für interessierte Registry-Anbieter. Die Domain-Richtlinien sollen aber weiter in der Hand von InternetNZ bleiben.

.uno

Die bisher von DotLatin verwaltete Domainendung hat einen neuen Besitzer: die vor allem durch .online und .site bekannte Registry Radix. Es ist zu erwarten, dass der technische Betrieb zukünftig vom Radix-Partner Centralnic statt von Neustar durchgeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Global Village Team

 

 



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