...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

Dezember 2023

Staaten gegen Ransomware

Eine internationale Gemeinschaft von 40 Ländern, darunter Deutschland und die U.S.A., haben eine Initiative gegründet, die allen staatlichen Akteuren verbieten will, Lösegeld für Verschlüsselungstrojaner zu zahlen. Wie bei allen Erpressungen gilt auch bei Cyberattacken, dass diese drastisch abnehmen würden, wäre kein Geld zu holen. Die Schäden gehen bereits heute in die Milliarden und steigen stark an.
Falls es hierzulande irgendwann einmal Vorschriften gegen digitale Lösegeldzahlungen geben sollte, könnten sich Ausfälle wie bei der Deutschen Bahn 2017 durchaus erstmal verlängern. Die Privatwirtschaft dürfte aber weiter wie bisher leben müssen. Eine Reg
ulierung hier dürfte zu viele Freiheitsrechte verletzen.

Threads vs. Meta

Threads, eine kleine britische Softwarefirma, fordert Facebook auf, den Namen Threads nicht mehr für seinen X-Konkurrenten zu nutzen. Meta habe mehrfach versucht, Rechte von Threads zu erwerben, sei aber zurückgewiesen worden. Nun hat es der Konzern wohl ohne Lizenz
gewagt. Die Hoffnung mag gewesen sein, dass der Name ‚Threads‘ ein Wörterbuchbegriff ist und sich daher nur schwach schützen lässt. Die Briten sehen das aber anders und wollen ihre Rechte wahren.
Meta selbst ist für die rigorose Verteidigung der eigenen Marken bekannt.

Neues von den Domains

Afnic

Die französische Registry weist darauf hin, dass sie ab 2024 alle Whois-Adressdaten genauer unter die Lupe nehmen wird. Domainbesitzer werden daher gebeten, ihre der­zeit eingetragenen Daten zu prüfen.

.bot

Die Richtlinien für .bot wurden gelockert. .bot steht jetzt allen Interessenten offen. Die Zahl der .bot Domains hat sich verdreifacht, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Freenom

Der Registrar ist hauptsächlich (noch) bekannt für seine kostenlosen .tk Registrierungsangebote. Derzeit steht er unter Druck, da mehrere Länder Freenom die Lizenz zum Betrieb ihrer jeweiligen Länderendung entziehen wollen – wir berichteten. Nun droht Freenom zusätzlich Ungemach von anderer Seite. ICANN hat Freenom die Akkreditierung entzogen, da das Unternehmen zu einer Vielzahl von Urheberrechtsbeschwerden keine Stellung bezogen hat. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den gleichen Vorwurf, der Freenom von den Ländern gemacht wird. ICANN handelte entsprechend seiner Regularien und kündigte Freenom die Zusam­menarbeit auf.
Freenom verwaltet nur vergleichsweise wenige gTLD Domains, diese aber gegen Gebühr.

.hotel

Ganze
11 Jahren tobte der Streit um .hotel. Mehrere Bewerber sahen sich ungerechtfertigt benachteiligt, da .hotel dem ‚Community‘ Bewerber HTLD zugesprochen worden war. ICANN hatte solchen Bewerbern Vortritt gewährt, allerdings nur im Verbund mit erheblichen Auflagen für den möglichen Kunden- oder Nutzerkreis.
Eine Reihe anderer Bewerber hatte der Community-Bewerbung vorgeworfen, die Auflagen durch ge­schickte Formulierungen umschifft zu haben. Ärgerlich war man auf ICANN, da dort die Bewerbung trotzdem abgenickt wurde. Nachdem aber alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft wurden, kommt HTLD nun zum Zug. Genaue Termine stehen noch nicht fest.

Internet Naming Co

Der Nachfolger der umstrittenen Uniregistry hat 5 TLDs aufgekauft, .diy, .food, .lifestyle, .living und .vana. Diese konnten bisher nur von einem eingeschränkten Nutzerkreis registriert werden. Diese Einschränkungen fallen nun weg.
Interessenten sollten sich die Namenswahl aber gut überlegen. Uniregistry ist in der Vergangenheit durch abnorme Preissteigerungen bei den Registrierungskos­ten aufgefallen.

.io

Es gibt Unruhe rund um das zwischen Indien und Madagaskar gelegene Chagos Archipel. Durch die Lage im indischen Ozean erhielt es die Endung .io, die gerade bei Künstliche-Intelligenz Anbietern beliebt ist. Derzeit steht es unter britischer Verwaltung, wogegen eine Gruppe Vertriebener vor der OECD klagt.
.io wurde lange von der britischen Firma ICB verwaltet, die nach einigen Aufkäufen mittlerweile Teil von Identity Digital, ehemals Donuts, ist. ICB beruft sich auf ein Abkommen, das bereits vor ICANN-Zeiten geschlossen wurde und seitdem als ‚Status Quo‘ Lösung gilt.
Die Vertriebenen kämpfen seit langem für ihre Rückkehr und haben bereits juristische Teilerfolge erzielt. Nun möchten sie auch Zugriff auf .io oder zumindest eine Beteiligung an den Umsätzen erhalten. An einer Gewinnbeteiligung bestehe aber kein Interesse, da man den jetzigen Betreibern vorwirft, den Kostenapparat der TLD künstlich aufgeblasen zu haben, um die wahren Gewinne zu verschleiern.
Die Auswirkungen auf .io sind noch unklar. Es ist aber nicht wahrscheinlich, dass irgendwann bestehende .io Domains verfallen. Auch die Insulaner sind offensicht
­lich daran interessiert, dass stark wachsende Ge­schäft mit .io fortzuführen.

.web

Bei der wohl am härtesten umkämpften Endung zeich­nete sich eigentlich ein Ende der Auseinandersetz­ungen ab. Die Hoffnung auf eine baldige Freigabe der TLD wurde nun aber erneut zunichte gemacht. Der zweitplatzierte Bewerber hat eine weitere Beschwerde bei ICANN eingelegt. Der Vorwurf: ICANN habe mit der Zulassung die eigene Satzung missachtet. Die Erfolgsaussichten: Zunehmend ungewiss.
Sollte der Einspruch erneut abgewiesen werden, würde .web von einer Verisign Tochterfirma angeboten werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Global Village Team

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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