...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

Januar 2019

Google beerdigt chinesische Suchmaschine

Nach einem internen Aufstand von eigenen Mitarbeitern und Datenschützern hat sich Google von seinem Projekt Dragonfly verabschiedet, das den Wiedereintritt in den chinesischen Markt vorbereitet hat. Dort hat die Suchmaschine Baidu den Rang, den Google in weiten Teilen der restlichen Welt innehat. Diese untersteht natürlich den strengen Regierungsregeln, die das Auffinden von kritischen und ungewünschten Beiträgen untersagt.
Nachdem die Google-Mitarbeiter durch Pressemel­dungen vom Projekt im eigenen Unternehmen erfahren hatten, formierte sich massiver Widerstand. Unter ande­rem wurden Verstöße gegen die internen Richtlinien zu Suchergebnissen moniert. Die Führungsriege hat dem nachgegeben und das Aus für Dragonfly verkündet.

Australien verschärft Internetüberwachung

Die australische Regierung hat ein neues Gesetz beschlossen, das die Überwachung von Internetnutzern durch Geheimdienst und Polizei deutlich ausweitet. Offensichtlich wurde es durch die Zunahme von ver­schlüsseltem Datenverkehr immer schwieriger sinnvolle Ermittlungen durchzuführen.
Das Gesetz ist ein Dreierpack: Erstens werden Anbieter aufgefordert, freiwillig auf Anfragen zu antworten. Führt das zu keinem Ergebnis, können Anbieter gezwungen werden, verschlüsselte Daten zu entschlüsseln, wenn dies technisch möglich ist. Sollte auch das nicht funktionieren, können Unternehmen zum Einbau von Hintertüren für die Regierung gezwungen werden.

Das Gesetz droht sowohl mit Geld- als auch mit Haftstrafen. Den Anweisungen der Behörden ist Folge zu leisten, auch wenn keine richterliche Anordnung vorliegt. Datenschützer sind besorgt, auch weil ein Missbrauch der Befugnisse nicht entdeckt würde. Pikantes Detail: Der australische Geheimdienst steht in enger Verbindung mit Großbritannien und den USA, die bekanntermaßen ebenfalls wenig Hemmungen bei der Auswertung von Datenflüssen und Inhalten zeigen.

Neues von den Domains


.cl und .gt

Chile und Guatemala führen im Februar in einer gemeinsamen Aktion die Überprüfung des Nameservice für .cl-Namen ein. Damit möchte man die Qualität des Nameservice verbessern und Besitzer auf Fehler bei deren Konfiguration hinweisen.
Derzeit bleibt es bei Hinweisen; die Domains werden nicht deaktiviert oder gelöscht. Nichtsdestotrotz sollten Sie reagieren, wenn die Registry auf Fehler bei einem Namen hinweist. Der Betreff der entsprechenden Email-nachrichten ist spanisch und beginnt mit 'Alerta para nombres de dominio' oder 'Información sobre el dominio'.

.dk

Ab sofort sind Besitzerwechsel (Trade) dänischer Do­mains kostenpflichtig. Bisher hat die Registry diesen Dienst kostenlos angeboten. Die bei dem Vorgang entstehenden Verwaltungskosten möchte man nun aber nicht mehr subventionieren.

.eu

Bürger der EU, Islands, Liechtensteins und Norwegens können jetzt .eu-Domains registrieren, auch wenn sie derzeit nicht in der EU sesshaft sind. Bisher war eine Anschrift in der EU vorgeschrieben.
Außerdem möchte man ab 2022 auch nicht-EU-Bürgern, die ihren Wohnsitz in der EU haben, die Registrierung von .eu-Domains erlauben. Dieser Teil der Neuregelung ist aber noch nicht final verabschiedet.

.law und .abogado

Anwälte haben es nun leichter, eine .law- oder .abogado-Domain zu erwerben. Bisher war die Angabe von Zusatzinformationen bezüglich der Akkreditierung des Antragstellers notwendig. Zukünftig sollen die üblichen Adressdaten für eine Überprüfung ausreichen.

.me

Montenegro bietet einen Registry Lock als neue Dienstleistung an. Der Registry Lock wird von Hand gesetzt und sorgt dafür, dass Änderungen an Domains nur noch auf schriftlichem Wege von autorisierten Personen beauftragt werden können.
Das Angebot ist mit 300€ pro Jahr vergleichsweise hochpreisig.

.rs

Serbien führt IDN-(Umlaut-)Domains ein. Die Sunrise-Phase für aktuelle Besitzer von .rs-nicht-IDN-Namen läuft noch bis zum 5. März, danach können .rs-IDN-Namen von jedermann registriert werden.

Mit freundlichen Grüßen


Ihr Global Village Team

 

 



© 2019 by Global Village GmbH