...und die Welt wird zur Nachbarschaft.

Mai 2026

Internetblockade im Iran

Die Blockade des Internets durch das iranische Regime dauert weiter an. Der Datentransfer von und zum Iran liegt weiterhin im einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Niveau vor der Sperre. Ökonomen schätzen, dass dies einen wirtschaftlichen Verlust von 80 Millionen Dollar bedeutet.
Die seit Jahren schwer gebeutelte Bevölkerung leidet derzeit in allen Lebensbereichen. Geschäfte geraten durch zusammenbrechende Lieferketten ins Stottern, d
er Krieg fordert zivile Opfer und trotz allem darf sich niemand beklagen, da das Regime Unzufriedenheits­äußerungen brutal unterdrückt.
Die fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten haben einen weiteren, bisher wenig beachteten Effekt. Das Bildungssystem stützt sich in weiten Teilen ebenfalls auf das Internet. Je länger die Sperre andauert, desto größer werden die Wissenslücken der Heranwachsen­den.
Die Angst der Staatsführung vor der eigenen Bevöl­kerung scheint enorm zu sein. Anders als bei Krieg und Sanktionen hat sich die Regierung diese Einschränkung selbst auferlegt.

GlobalBlock wächst weiter

Amazon Registry plant offenbar den Beitritt zum Markenschutz-Dienst GlobalBlock. Darauf deuten Unter­lagen bei ICANN hin. Für 33 eigene gTLDs wurde ein Antrag gestellt, um einen sogenannten Label Blocking Service anbieten zu können – ein Begriff, der üblicher­weise mit GlobalBlock verbunden ist. GlobalBlock er­möglicht es Markeninhabern, ihre Begriffe über eine Vielzahl von Domain-Endungen hinweg zu blockieren. Mit den Amazon-Endungen würde die Abdeckung auf insgesamt 813 TLDs steigen.
Bemerkenswert ist, dass einige der betroffenen Amazon-Domains noch gar nicht aktiv verfügbar sind. Dadurch könnte die ungewöhnliche Situation entstehen, dass bereits Markensperren verkauft werden, obwohl ent­sprechende Domains noch nicht registriert werden kön­nen. 

Neues von den Domains

.eco 
Die .eco-Registry hat nun Internationalisierte Domain­namen (IDNs) eingeführt. Ab sofort werden 19 Sprachen unterstützt, basierend auf den von ICANN genehmigten Label Generation Rules (LGRs). Zu den unterstützten Sprachen gehören die europäischen Sprachen Itali­enisch, Portugiesisch, Polnisch, Schwedisch, Dänisch, Finnisch und Bosnisch, sowie die kyrillischen Sprachen Russisch, Ukrainisch, Bulgarisch, Serbisch, Maze­donisch, Montenegrinisch und Weißrussisch. Außerdem sind Koreanisch, Isländisch, Lettisch, Litauisch und Un­garisch verfügbar. In zukünftigen Phasen sind auch weitere Sprachen wie Französisch, Spanisch, Deutsch und Chinesisch geplant.

.io 
Die Unsicherheit über die Zukunft der .io-Domain bleibt vorerst bestehen. Aufgrund fehlender US-Unterstützung wurde das britische Regierungsvorhaben, die Souve­ränität über die Chagos-Inseln an Mauritius abzutreten, vorerst eingefroren. Der Stopp des Vorhabens wird auf die Trump-Administration zurückgeführt, die ihre formel­le Zustimmung bislang zurückhält. Diese Zustimmung ist jedoch notwendig, da Diego Garcia, die größte Insel des Archipels, ein strategisch wichtiger US-UK-Militärstütz­punkt ist.
So lange die USA ihre Haltung zum Vertrag nicht ändert, ist die Situation weiterhin unklar. Domaininhaber von .io haben zwar noch einige Jahre Vorlaufzeit bei möglichen Änderungen, jedoch besteht aktuell keine langfristige Planungssicherheit.

.latino
Rund zehn Jahre nach der Delegierung der Domain-Endung .latino geht es nun offenbar in die aktive Phase. Die Registry Dish DBS Corporation plant, am 12.06.26 die allgemeine Registrierung zu starten. Davor ist ab dem 12.05.26 eine 30-tägige Sunrise-Phase für Marken­inhaber vorgesehen. Überraschend ist, dass .latino ursprünglich als stark eingeschränkte, exklusiv kon­trollierte Domain gedacht war. Von diesem Konzept ist man inzwischen abgerückt – künftig soll die Registrie­rung allen offenstehen.

.pay 
Die in Seattle ansässige Amazon Registry Services Inc. startet mit der Top Level Domain .pay. Die bereits 2016 delegierte Endung ist seit dem 13.04.26 mit einer 30-tägigen Sunrise-Phase für Markeninhaber verfügbar, die eine Eintragung im Trademark Clearinghouse voraus­setzt. Ab dem 13.05.26 folgt eine zeitlich befristete Registrierungsphase bis zum 01.02.27. Diese steht je­doch ausschließlich Unternehmen und Organisationen offen, die Online-Zahlungen über zugelassene Zah­lungsdienstleister abwickeln. Eine freie Registrierung ist vorerst nicht geplant. Zudem ist die Nutzung strikt auf zahlungsbezogene Dienste beschränkt.
Markeninhabern wird empfohlen, eine defensive Regis­trierung in Betracht zu ziehen, da insbesondere Do­mains im Format marke.pay ein erhöhtes Missbrauchs­risiko bergen können.

.ru, .rf und .su
Ab dem 01.09.26 wird in Russland die verpflichtende Identifikation von Domainadministratoren für die Zo­nen .ru, .rf und .su eingeführt. Dies gilt für neue und bestehende Administratoren und betrifft sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen. Die Identifikation erfolgt über ein verifiziertes Konto im staatlichen "Gosuslugi"-Portal (ESIA). Das neue Gesetz, das am 29.12.25 in Kraft trat, schreibt vor, dass sowohl die Registrierung neuer Do­mains als auch die Verlängerung bestehender Domains nur nach einer erfolgreichen Identifikation möglich ist.
Für ausländische Staatsbürger gibt es die Möglichkeit, ein Konto im "State Services"-Portal zu erstellen, um die Identifikation abzuschließen. Anleitungen sind auf den entsprechenden Websites verfügbar. Eine detaillierte Lö­sung für die Verwaltung von Domainnamen für ausländische Unternehmen wird voraussichtlich im Sommer 2026 vorgestellt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Global Village Team

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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